Zehn Grillmythen: Wir klären auf

Von Anzünden bis Wenden: Grillen, aber richtig Die 10 größten Grill-Mythen im Check

Beim Grillen gibt jeder seinen Senf dazu. Dabei entstehen vor allem viele Grill-Mythen, die jedoch nicht alle einen wahren Kern haben. Wir gehen den größten Mythen auf die Spur und bieten den ultimativen Faktencheck. Jetzt können Sie bei der nächsten Grillerei ordentlich fachsimpeln!

 

1. Aus dem Kühlschrank direkt auf den Rost!

Auch wenn’s eilig ist, muss das Fleisch mindestens eine Stunde vor der Zubereitung aus dem Kühlschrank genommen werden, sodass es sich auf Zimmertemperatur erwärmen kann. Das Fleisch niemals noch kalt auf den Griller legen! Übrigens sollte es auch nach dem Grillen noch etwas Ruhe bekommen und etwas nachgaren – so wird’s noch zarter. Die einzige Gefahr dabei ist, dass es jemand anderer schon vorher verputzt.

2. Das Einstechen des Grillthermometers macht das Fleisch weniger saftig!

Keine Sorge. Die wenigen Muskelfasern, die Sie mit der dünnen Spitze des Grillthermometers verletzen, verlieren so wenig Flüssigkeit, dass Sie den Unterschied nicht merken werden. Das Gleiche gilt übrigens für eine Grillgabel oder einen Testschnitt.
Sie haben kein Thermometer bei der Hand? Macht nichts, dann machen Sie für das Steak am besten die Daumenprobe: Wenn Daumen und Zeigefinger aneinandergelegt werden und der Daumenballen gedrückt wird, entspricht das in etwa „rare“. Fühlt sich das Fleisch so an wie der Daumenballen, wenn man Daumen- und Mittelfingerspitze aufeinanderdrückt, ist das Fleisch „medium“. Die Überprüfung mit Daumen und Ring- bzw. kleinem Finger zeigt: Das Fleisch ist „well done“!

3. Nur Holzkohle sorgt für den richtigen Grillgeschmack

Viele Traditionalisten schwören darauf: Gegrilltes schmeckt nur vom Holzkohlegrill, wegen der Raucharomen. Fakt ist: Für das typische Raucharoma braucht es keine Holzkohle, Röstaromen bilden sich auch ohne Glut, also ebenso am Gas- oder Elektrogriller. Wer zusätzlich BBQ-Aroma mag, kann Räucherchips verwenden.

4. Sobald die Kohlen glühen, geht’s mit der Grillerei los

Nein. Die optimale Grilltemperatur ist erreicht, wenn die Kohlen ganz durchgeglüht sind und sich eine weiße Ascheschicht gebildet hat.

5. Gesalzen wird zum Schluss, sonst trocknet das Fleisch aus

Auch das ist ein weitverbreiteter Irrglaube: Salz entzieht dem Fleisch selbst über einen Zeitraum von mehreren Stunden keine relevante Feuchtigkeit. Daher schwören Profis auf grobes Salz, das sie eine halbe Stunde vor dem Grillen auf das Fleisch streuen und leicht eindrücken. Das Salzaroma kann so tief in die Fleischfaser eindringen und sorgt für eine krosse Kruste.

6. Scharfes Anbraten schließt die Fleischporen

Fleisch hat keine Poren, sondern Fasern – und diese können sich nicht verschließen. Dennoch ist das scharfe Anbraten nicht verkehrt. Denn dadurch bildet sich eine wunderbare Kruste und die Röstaromen verleihen dem Fleisch einen intensiven Geschmack.

7. Das Anzünden des Holzkohlegrills ist mühsam und langwierig

Die Mühe muss nicht sein, wenn man einen Anzündkamin verwendet. In dieser Art Metalleimer werden die Kohlen gestapelt und über einen Grillanzünder platziert. Durch den Kamineffekt ergeben die Kohlen nach etwa 20–30 Minuten die richtige Glut und können im Griller verteilt werden.

8. Häufiges Wenden ist wichtig

Nein, häufiges Wenden ist ein typischer Fehler. Ständiges Wenden lässt Fleisch weder schneller garen, noch wird es dadurch in irgendeiner Form saftiger – im Gegenteil: Das Fleisch ist vielmehr oft außen schon schwarz, innen aber noch fast roh, da der Garvorgang im Inneren immer wieder aufs Neue unterbrochen wird. Das Fleisch sollte nur selten gewendet werden – am besten überhaupt nur zwei Mal. Denn nur so kann eine schmackhafte Kruste entstehen.

9. Je mehr Marinade, desto besser

Häufig wird viel Marinade vorbereitet, das Fleisch darin eingelegt und dann einfach auf den Grill gegeben. Das ist nicht optimal – aus gleich mehreren Gründen. Zu viel Marinade überdeckt den Fleischgeschmack. Außerdem tropft sie auf die Kohlen und verbrennt. Besser ist es, die Marinade vom Fleisch abzustreifen und es trocken zu tupfen, bevor man es auf den Grill legt.

10. Bei einer Grillerei darf das Bier nicht fehlen!

Keine schlechte Idee – aber nur zum Trinken, nicht um das Grillgut mit Bier abzulöschen. Denn so sinkt die Temperatur schlagartig, die Asche wird aufgewirbelt und legt sich lediglich auf dem Grillgut ab. Auch der Beer-Butt-Chicken-Trend aus den USA für das Huhngrillen ist nicht zu empfehlen. Denn Beschichtungs- und Lackstoffe der Dose gehen durch die Hitze direkt in das Hühnerfleisch – und das will dann niemand mehr essen.

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