1. Welches Fleisch soll ich verwenden?
  2. Wie erreiche ich die richtige Kerntemperatur?
  3. 5 Zubereitungsmethoden

5 Rezepte zum perfekten Roastbeef

Was bei uns der Schweinsbraten ist, ist bei den Engländern das Roastbeef. Es ist seit Jahrhunderten der Inbegriff englischer Tafelkultur und Kern der nationalen Identität, ganz ähnlich wie in Wien der Tafelspitz oder das Schnitzel. Besonders gern wird es als Sunday Roast, das traditionelle sonntägliche Festessen, genossen.

 

Roastbeef ist einer dieser Glücksfälle, in denen Köstliches ganz leicht zu machen ist: Ein prächtiges Stück Fleisch wird rundherum angebraten und dann sanft im Rohr gegart, bis es außen schön braun, innen aber rosa, zart und herrlich saftig ist – eine Art Steak aus dem Backrohr. Wenn Sie auf ein paar einfache Dinge achten, kann bei Ihrem Roastbeef nicht viel schiefgehen.

Welches Fleisch soll ich verwenden?

Die meisten Stücke, die als Steak eine gute Figur machen, sind auch als Roastbeef perfekt geeignet. Gern wird es etwa aus dem Rückenfleisch des Rinds geschnitten, aus dem auch das Rib Eye Steak stammt. Es sollte mindestens ein Kilo schwer und zumindest ein bisserl durchzogen sein, so wie unser Rostbraten oder unsere Beiried im Ganzen. Die Temperaturangaben und Garzeiten weiter unten beziehen sich auf diese beiden Stücke. Beim Beiried können Sie sowohl Stücke mit Schwarte als auch ohne verwenden. Falls Sie ein anderes Fleisch (oder eine andere Menge) braten, passen Sie die Garzeiten entsprechend an.

Roastbeef ist einer dieser Glücksfälle, in denen Köstliches ganz leicht zu machen ist.

Wie erreiche ich die richtige Kerntemperatur?

Genauso wie bei einem Steak sollten Sie auch beim Roastbeef darauf achten, es auf die richtige Kerntemperatur zu bringen, damit es herrlich saftig und rosa bleibt. Eine Kerntemperatur zwischen etwa 52 und 58 Grad ist ideal. Am besten treffen Sie diese Temperatur, indem Sie das Roastbeef langsam und sanft auf den Punkt braten.

Das sagt der Hofstädter

Wenn Sie unsere Beiried im Ganzen (1 kg) für Ihr Roastbeef nehmen, rechnen Sie insgesamt mit etwa zweieinhalb Stunden Garzeit bei der Low-and-Slow-Methode (siehe weiter unten).
Ganz sichergehen können Sie aber nur mit einem Bratenthermometer.

5 Wege zum Roastbeef Zubereitungsmethoden

Methode 1: Low and Slow

Methode 2: Heißer und schneller

Diese Methode braucht etwas mehr Fingerspitzengefühl, sie geht dafür aber schneller.

  1. Nehmen Sie das Fleisch mindestens eine Stunde vor dem Braten aus dem Kühlschrank, salzen Sie es großzügig und reiben Sie es nach Lust und Laune mit Senfpulver ein.
  2. Heizen Sie das Backrohr auf 180 Grad vor.
  3. Lassen Sie eine Pfanne mit etwas Öl oder Butterschmalz ordentlich heiß werden und braten Sie das Fleisch rundherum ordentlich an.
  4. Nehmen Sie das Fleisch aus der Pfanne, legen Sie es auf ein Backrohr-Gitter, schieben Sie es auf mittlerer Schiene ins Rohr und stellen Sie eine Auflaufform darunter. Während des Bratens sammeln sich dann all die köstlichen Fleischsäfte hier.
  5. Braten Sie das Fleisch 30 Minuten, dann schalten Sie den Ofen ab, lüften ihn zwei Minuten (damit die Temperatur fällt) und lassen das Fleisch etwa eine weitere halbe Stunde im ausgeschalteten Backrohr ziehen, bis es eine Kerntemperatur von etwa 55 Grad hat. Am besten können Sie die Temperatur mit einem Bratenthermometer kontrollieren – das stellt sicher, dass Sie Ihr Roastbeef auf den Punkt braten. Wer keines hat: Fleisch anstechen und den austretenden Saft betrachten – für medium rare sollte er noch rosa sein, für well done klar.

Das Roastbeef zu Tisch bringen und vor den Gästen anschneiden.

Methode 3: Reverse Sear

Wie ein Steak können Sie auch Ihr Roastbeef mit dem Reverse Sear zubereiten. Die Methode ist besonders gut geeignet, wenn Sie Ihr Roastbeef in einem Dampfgarer garen. Sie hat den Vorteil, dass das heiße Fleisch schneller und besser bräunt, es braucht daher nur kurz die hohe Hitze und wird damit noch gleichmäßiger gar.

  1. Nehmen Sie das Fleisch mindestens eine Stunde vor dem Braten aus dem Kühlschrank, salzen Sie es großzügig und reiben Sie es nach Lust und Laune mit Senfpulver ein.
  2. Heizen Sie das Backrohr auf 180 Grad vor.
  3. Schieben Sie das Fleisch auf der mittleren Schiene ein und braten Sie es 30 Minuten, dann schalten Sie den Ofen ab, lüften ihn zwei Minuten (damit die Temperatur fällt) und lassen das Fleisch etwa eine weitere halbe Stunde im ausgeschalteten Rohr ziehen, bis es eine Kerntemperatur von etwa 55 Grad hat. Am besten können Sie die Temperatur mit einem Bratenthermometer kontrollieren – das stellt sicher, dass Sie Ihr Roastbeef auf den Punkt braten. Wer keines hat: Fleisch anstechen und den austretenden Saft betrachten – für medium rare sollte er noch rosa sein, für well done klar.
  4. Lassen Sie eine Pfanne mit etwas Öl (oder, noch besser, Rinderfett) ordentlich heiß werden und braten Sie das Fleisch rundherum ordentlich an, bis es eine schöne Farbe hat.

Das Roastbeef zu Tisch bringen und vor den Gästen anschneiden.

Methode 4: Im Dampfgarer

Wer einen Dampfgarer hat, kann sein Roastbeef ganz bequem schon Stunden, bevor die Gäste kommen, zubereiten und es dann bei sanften 55 Grad auf der perfekten Temperatur halten – je länger es bei dieser Temperatur rasten darf, desto zarter wird es werden.

  1. Nehmen Sie das Fleisch mindestens eine Stunde vor dem Braten aus dem Kühlschrank, salzen Sie es großzügig und reiben Sie es nach Lust und Laune mit Senfpulver ein.
  2. Stellen Sie den Dampfgarer auf 160 Grad und 30 Prozent Luftfeuchtigkeit ein.
  3. Braten Sie das Fleisch in einer Pfanne in etwas Öl rundum scharf an, sodass es eine schöne Farbe bekommt.
  4. Schieben Sie das Fleisch auf der mittleren Stufe ein und braten Sie es 50 bis 60 Minuten. Überprüfen Sie, ob die Kerntemperatur erreicht ist. Am besten können Sie die Temperatur mit einem Bratenthermometer kontrollieren – das stellt sicher, dass Sie Ihr Roastbeef auf den Punkt braten. Wer keines hat: Fleisch anstechen und den austretenden Saft betrachten – für medium rare sollte er noch rosa sein, für well done klar. Schalten Sie den Dampfgarer ab, lüften Sie ihn gut für einige Minuten (damit die Temperatur fällt) und lassen Sie das Fleisch bei 55 Grad und 30 Prozent Luftfeuchtigkeit rasten, bis die Gäste kommen (oder der Hauptgang serviert wird).

Methode 5: Sous-vide- bzw. Niedertemperaturgaren

Wer ein Vakuumiergerät und einen Sous-vide-Stab zuhause hat, kann sein Roastbeef natürlich auch sous vide garen – es ist dann ganz genau auf den Punkt gegart und wird besonders zart. Das Fleisch gut salzen, vakuumieren und bei etwa 55 Grad sechs bis acht Stunden garen. Herausnehmen, gut abtrocknen und in einer Pfanne rundum scharf anbraten, damit es eine schöne Farbe bekommt.

Und wenn was übrig bleibt?

Das macht gar nichts! Im Gegenteil, Sie sollten immer mehr Roastbeef machen, als Sie akut warm essen wollen. Bei Zimmertemperatur oder kalt dünn aufgeschnitten schmeckt es mindestens genauso gut wie frisch. Am besten mit gutem Senf oder hausgemachter Sauce tartare in einem Sandwich! Und keine Sorge: Im Kühlschrank gelagert und nicht aufgeschnitten (also am Stück) hält sich ein gutes Roastbeef länger.

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