Fleischstrudel: Ein Klassiker wie bei Oma
Von wem der Fleischstrudel genau erfunden wurde, lässt sich historisch nicht nachverfolgen. Die Grundidee des gezogenen Teiges stammt jedoch vermutlich aus dem arabischen Raum. Über das Osmanische Reich gelangte sie nach Europa und Österreich. Und schließlich wohl auch ins feste Küchenrepertoire unserer Großmütter.
Für den Fleischstrudel nach Omas Rezept braucht es nicht viele Zutaten, aber die richtige Technik. Egal, ob als Hauptgericht oder als Suppeneinlage: Wer Fleischstrudel selbst machen möchte, wird mit unseren Tipps zum Küchenprofi. Wir zeigen, welcher Teig am besten geeignet ist und worauf es beim Backen, Vorbereiten und Einfrieren ankommt.
Ein herzhafter Klassiker…
Ein knuspriger, dünner Teig mit saftiger, herzhafter Fleischfülle. Dazu Gewürze und frische Kräuter. Traditionell wird der Fleischstrudel mit einer Mischung aus Faschiertem, angebratenen Zwiebeln, eingeweichten alten Semmeln, Ei und klein gehackter Petersilie zubereitet. Das Gericht war ein wichtiger Bestandteil der Hausmannskost im Habsburger Reich – ganz nach der Devise: Wenige Zutaten, gut verarbeitet.
… nach Omas Rezept
Für den Fleischstrudel nach Omas Rezept empfehlen wir gezogenen Strudelteig. Die Fleischmasse wird mit Salz, Pfeffer, angeschwitzten weißen Zwiebeln und klein gehackter Petersilie gewürzt. Danach werden das Ei und die eingeweichten Semmeln untergemischt und die Masse gut durchgeknetet.
Dann die Masse fest in den Strudelteig einrollen und den Strudel vor dem Backen mit Butter oder Ei bestreichen – so bekommt er eine goldbraune Kruste. Wichtig: Bei fertigen Strudelblättern sollten die einzelnen Blätter zusätzlich mit flüssiger Butter bestrichen werden, damit sie beim Backen nicht zusammenkleben, sondern blättern.
Serviert wird der Fleischstrudel nach Omas Rezept klassisch mit Salat oder als Suppeneinlage in einer kräftigen Rindssuppe.
Zubereitungs-Tipp: Die Masse sollte kompakt, aber nicht zu feucht sein, damit der Teig knusprig bleibt.
Welches Fleisch schmeckt im Strudel am besten?
Wer auf Omas Spuren wandeln möchte, verwendet für seinen Fleischstrudel gemischtes Faschiertes, das zur Hälfte aus Rind- und Schweinefleisch besteht. Alternativ eignet sich auch Rinder-, Schweine- oder Putenfaschiertes.
Das sagt der Hofstädter
Gemischtes Faschiertes vereint das Beste zweier Fleischsorten. Das Fett des Schweinefaschierten hält die Füllung saftig und locker, während das Rinderfaschierte für ein intensiveres Fleischaroma sorgt. So entstehen ein ausgewogener Geschmack und eine angenehme Konsistenz.
Mit welchem Teig gelingt Fleischstrudel?
Traditionell wird Fleischstrudel mit Strudelteig zubereitet. Beim Backen wird die dünne Teigschicht besonders knusprig und schmiegt sich perfekt an die Füllung an. Übrigens: Das erste schriftlich überlieferte Strudelrezept ist ein handgeschriebenes für Milchrahmstrudel aus dem Jahr 1696. Es ist heute in der Wienbibliothek im Rathaus zu bewundern.
Alternativ kann Fleischstrudel mit Blätterteig zubereitet werden. Der Vorteil: Mit fertigem Blätterteig ist der Strudel ruckzuck fertig. Außerdem schmeckt Blätterteig besonders buttrig und luftig.
Fleischstrudel selber machen 3 wichtige Fleischstrudel-Tipps
1.
Die richtige Reihenfolge
Zuerst die Fleischfüllung vorbereiten. Während sie durchzieht, den Strudelteig ausziehen. Omas Tipp: „So dick, dass er nicht reißt, aber so dünn, dass man dadurch eine Zeitung lesen kann.“ Alternativ können selbstverständlich auch fertige Strudelteigblätter verwendet werden.
2.
Die Füllung richtig verteilen
Die Füllung im unteren Teigdrittel verteilen, damit der Strudel kompakt eingerollt werden kann. Das obere Drittel mit flüssiger Butter bestreichen, so wird der Teig herrlich knusprig.
3.
Den Fleischstrudel richtig einrollen
Zuerst beide Seiten einschlagen und dann den Strudel mit sanftem Druck und mithilfe
eines Geschirrtuchs von unten nach oben einrollen.
Wie lange soll Fleischstrudel backen?
Die optimale Fleischstrudel-Backzeit ist bei Strudel- und Blätterteig dieselbe: 25 bis 35 Minuten bei 180 Grad Ober-/Unterhitze reichen aus. Sobald der Strudel eine goldbraune Kruste bekommt, ist er fertig gebacken. Vor dem Servieren sollte er fünf Minuten ruhen, damit sich die Füllung setzt und der Strudel beim Anschneiden nicht auseinanderfällt. Außerdem verteilt sich so der Fleischsaft besser, sodass der Strudel saftiger bleibt.
Kann man Fleischstrudel vorbereiten?
Selbstgemachter Fleischstrudel lässt sich sehr gut vorbereiten. Der fertig gerollte Strudel hält sich mehrere Stunden gut gekühlt im Kühlschrank und muss erst vor dem Backen mit Ei bestrichen werden. Wenn die Füllung einige Stunden Zeit zum Durchziehen hat, ist das sogar ein Vorteil: Sie schmeckt dann besonders aromatisch.
Kann man Fleischstrudel einfrieren?
Fleischstrudel kann sowohl fertig vorbereitet als auch bereits gebacken eingefroren werden. Bei gebackenen Strudel ist es wichtig, ihn vorher gut auskühlen zu lassen. Im Tiefkühler hält er sich etwa 3 Monate.
Zum Aufbacken den ungebackenen Strudel aus dem Tiefkühler nehmen, mit Butter und Ei bestreichen und in das Backrohr schieben. Natürlich verlängert sich dadurch die Backzeit: 10 bis 15 Minuten mehr sollten unbedingt eingeplant werden.
Wenn der tiefgefrorene Strudel davor bereits gebacken war, zuerst auftauen lassen, bevor er für 5 bis 10 Minuten zum Aufbacken in den Ofen kommt. Dadurch wird der Strudelteig wieder knusprig.
Lust auf noch mehr gefüllte Teige? Eine kleine Auswahl gibt es hier.